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Pressetermin Uelzen17 Unternehmen im Landkreis Uelzen sind ausgezeichnet familienfreundlich – Bewerbungen für das FaMi-Siegel jederzeit möglich

Uelzen. „Familienfreundlichkeit ist keine soziale Leistung. Es ist ein wirtschaftlicher Erfolgsfaktor. Und wer familienfreundlich ist, muss das auch öffentlich sagen.“ Davon ist Stefanie Herrmann, Personalleiterin der Sparkasse Uelzen Lüchow-Dannenberg mit 419 Beschäftigten, überzeugt. Erstmals hat sich die Sparkasse daher für das Familien-Siegel (FaMi-Siegel) beworben und das Netzwerk zu sich in die Hauptstelle eingeladen.

„Unsere Haltung ist zwar schon seit Jahrzehnten familienfreundlich, aber wir haben das bisher nur intern kommuniziert“, erzählte die Personalerin. „Im Zuge der Personalsuche reicht das aber nicht mehr.“ Der Gemeinschaftsinitiative FaMi-Siegel dankte Herrmann daher für den Impuls, öffentlich über das Thema zu sprechen. Seit 2010 gibt es das FaMi-Siegel in der Region, zurzeit tragen 17 Unternehmen und Kommunen aus dem Landkreis Uelzen die Auszeichnung. Insgesamt sind es mehr als 120 in neun Landkreisen der Region Nordostniedersachsen. Für den Austausch guter Ideen traf sich die Initiative jetzt mit den erfolgreichen Bewerberinnen und Bewerbern in Uelzen. Erstmals waren neben der Gastgeberin Sparkasse Uelzen Lüchow-Dannenberg auch die Diana-Klinik sowie das Herz- und Gefäßzentrum aus Bad Bevensen dabei. „Das FaMi-Siegel macht die Unternehmen sichtbar“, betonte Brigitte Kaminski, die die Initiative vor 17 Jahren gemeinsam mit anderen Aktiven ins Leben rief. Flexible Arbeitszeiten sowie Führen in Teilzeit sei bei den Ausgezeichneten selbstverständlich. „Und doch sind gewisse Rollenverständnisse sehr zählebig“, erzählte sie aus ihren Gesprächen mit Personalverantwortlichen. „Wenn die Kita anruft, weil das Kind krank ist, was glauben Sie, wen sie anruft? Natürlich die Mutter.“ Wer das FaMi-Siegel trage, zeige, dass es auch anders gehe, so Kaminski.

An die Anfänge ihrer Berufstätigkeit erinnerte Sonja Bausch von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Lüneburg-Wolfsburg. „Damals mussten Kinder unsichtbar sein.“ Sie sei froh, dass dies heute anders sei: „Heute zählt der ganze Mensch. Die Arbeitswelt ist menschlicher geworden, und das ist wichtig. Denn das schafft Vertrauen und sorgt mit dafür, dass sich Menschen dem Unternehmen verbunden fühlen.“ Dr. Matthias Richter-Steinke vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) Region Niedersachsen-Mitte verwies auf eine Befragung des DGB, nach der sich ein Drittel der Befragten mit Sorgeverantwortung dauerhaft gestresst, leer und ermüdet fühlen. Bei familienfreundlicher Personalpolitik gehe es daher auch darum, „Belastungen gut schultern zu können“. Die mit dem FaMi-Siegel ausgezeichneten Unternehmen bat er daher: „Tragen Sie Ihre Ideen weiter.“

Das FaMi-Siegel wird jeweils für drei Jahre verliehen. Für den aktuellen Aktionszeitraum bis 2027 sind jederzeit Bewerbungen möglich. Alle Informationen dazu gibt es unter www.fami-siegel.de.

Foto: Gemeinschaftsinitiative FaMi-Siegel, honorarfrei