Mit dem FaMi-Siegel Mitarbeiter finden und binden

Familienfreundlichkeit steigert die Produktivität: Aktion geht in die zweite Runde

Lüneburg. Eines ist für Wolfgang Hiller klar: Nur zufriedene Mitarbeiter bringen eine gute Leistung. „Wir gestalten die Arbeitszeiten so, dass die Mitarbeiter problemlos arbeiten können“, sagt Wolfgang Hiller. „Dabei nehmen wir auch Rücksicht auf die Bahn- und Bus-Takte. Wir schnüren ein Rundum-Sorglos-Paket.“ Hiller und seine Frau sind auch die Mitinitiatoren einer geplanten Kinderkrippe im Industriegebiet Hafen, für die sich mehrere Firmen zusammenschließen.

Das Transport- und Logistik-Unternehmen Hiller ist nicht der einzige neue Träger des FaMi-Siegels, einer seit 2010 laufenden Gemeinschaftsinitiative für mehr Familienfreundlichkeit in der Region.  Erfolgreich beworben hat sich auch die SteuerberatungsGmbH Bittrich & Bittrich mit 43 Mitarbeitern. „Wir möchten das, was wir leisten und leben, offiziell darstellen und damit werben“, begründet Herbert Thiemann die Initiative der Firma. Gespannt sind er und seine Kollegin Sina Heidemann, wie sich die Resonanz auf Stellenanzeigen verändert, wenn das Siegel eingebunden ist. „Bei uns arbeitet jeder nach einem persönlichen, individuellen Arbeitszeitmodell“, sagt Frau Heidemann. „Flexibilität steht ganz oben.“ Flexibilität und vor allem Wertschätzung nennen Elisabeth Börner-Gleiß und Petra Reinhardt als die wichtigsten Faktoren in der Mitarbeiterbindung. Beide leiten Pflegeheime und können mit Stolz sagen, dass sie unter dem allgemeinen  Fachkräftemangel in ihrer Branche nicht leiden. Kontakt halten, einbinden, in Gesundheitsfragen beraten und in schwierigen privaten Situationen unterstützen: Das ist für die Chefinnen, die sich als Partnerinnen ihrer Angestellten sehen, selbstverständlich. „Das Siegel verpflichtet einmal mehr, die Philosophie beizubehalten und immer wieder zu prüfen, wie wir uns verbessern und verändern können“, sagt Elisabeth Börner-Gleiß, Vorsitzende der DRK-Augusta-Schwesternschaft. Eine Neuerung plant ihre Kollegin Petra Reinhardt vom Seniorenhaus Vögelsen derzeit: „Wir werden besonders geschwächten Familien Zuschüsse zum Urlaub gewähren. Das ist die beste Burnout-Prophylaxe.“

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